Wie Meerwasser zu Trinkwasser wird
Bei der Umkehrosmose wird Meerwasser durch eine Membran gepresst, deren Poren Wassermoleküle passieren lassen, gelöstes Salz jedoch zurückhalten. Da Meerwasser von Natur aus Süßwasser anzieht, muss die Pumpe diese Kraft zunächst überwinden, was einen Druck von etwa sechzig Bar erfordert. Aus hundert Litern zugeführtem Wasser entstehen so etwa vierzig Liter Trinkwasser.
Diese beiden Zahlen vermitteln die Kernbotschaft. Der Druck erklärt, warum die Entsalzung energieintensiv und somit teuer ist; die Rückgewinnungsrate zeigt, warum die anderen sechzig Liter als konzentrierte Sole abgeleitet werden müssen. Eine Klasse, die nur das Membran-Diagramm erhält, lernt einen Filtrationsprozess; eine Klasse, die Druck und Verhältnis kennt, kann diskutieren, ob eine vorgeschlagene Anlage sinnvoll ist. Was in die Akten und nicht in die Präsentation gehört, sind anlagenspezifische Betriebsdaten: Einlassorte, Membranlieferanten und Einleitegenehmigungen gehören in die eigene Dokumentation des Versorgungsunternehmens.
Die Vorlage begleitet einen Liter Meerwasser durch acht Szenen: eine darüber, warum Salz nicht einfach herausgefiltert werden kann, eine über Osmose und ihre Umkehrung, zwei über die Vorbehandlung und ihren Zweck, zwei über die Membranphase und den erforderlichen Druck, eine über die Nachbehandlung und Remineralisierung sowie eine über Sole und Energie als die beiden Kostenfaktoren.

