E-Mails, die keine Reaktion auslösen: Die Folgen.
Eine E-Mail, die keine Reaktion auslöst, ist eine, bei der die eigentliche Anfrage im Kontext untergeht. Der Empfänger öffnet sie, sucht nach der Aufforderung zum Handeln, findet sie nicht in den ersten beiden Zeilen und schließt die E-Mail, um sich später darum zu kümmern. Dieses „Später“ ist die Ursache für die meisten internen Verzögerungen.
Der Verfasser weiß fast immer, was er will, und platziert die Bitte aus Höflichkeit erst am Ende, nachdem er den Sachverhalt dargelegt hat. Diese Reihenfolge mag in einem Brief funktionieren, scheitert aber in einem Posteingang mit neunzig Nachrichten, da der Empfänger eher sichtet als liest. Echte Korrespondenz wurde komplett aus dem Video entfernt: Interne E-Mail-Verläufe, die als Beispiele dienen, mussten fiktionalisiert werden. Ein Schulungsmodul ist oft jahrelang im Umlauf, und die beteiligten Personen haben nicht zugestimmt, als Fallstudie zu dienen.
Das Modul ist in neun Szenen unterteilt: eine Szene darüber, wie ein Arbeits-Posteingang tatsächlich verarbeitet wird, zwei über Betreffzeilen, die beim Überfliegen überzeugen, zwei über die Platzierung der Anfrage vor dem Kontext, eine über Fristen und deren Glaubwürdigkeit, eine über den richtigen Ton in kurzen Nachrichten, eine darüber, wann man besser keine E-Mail sendet, und eine über die Antwort, die einen E-Mail-Verlauf abschließt.

