Wie ein Vermietungstag wirklich abläuft
Ein Vermietungstag gliedert sich in drei wiederkehrende Aufgaben: schnell genug auf neue Anfragen reagieren, um relevant zu bleiben; Besichtigungen nach einer festen Struktur durchführen; und bei allen, die nicht unterschrieben haben, nachfassen. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist entscheidend, denn ein Interessent, der bereits zwei andere Objekte besichtigt hat, bevor er eine Rückmeldung erhält, hat sich oft schon entschieden.
Gerade neue Berater weichen oft von der Struktur ab. Angesichts eines freundlichen Interessenten und einer attraktiven Wohnung plaudert ein Berater gerne vierzig Minuten lang, ohne qualifizierende Fragen zu stellen. Erst bei der Bewerbung stellt sich dann heraus, dass die Einkommensanforderungen nicht erfüllt werden können. Eine Ausnahme bildet die Auslegung von Compliance-Vorschriften: Fair-Housing-Regeln müssen als solche kommuniziert werden. Erklärungen zur Anwendung in spezifischen Situationen sind Sache des Rechtsberaters der Immobilie, nicht eines Schulungsvideos.
Der Tag ist in acht Szenen unterteilt: eine zum Anfrage-Antwort-Fenster und dem Inhalt einer ersten Antwort, zwei zur Qualifizierung vor der Besichtigung, zwei zur Besichtigungsroute und der Reihenfolge der Präsentation, eine zu Fragen, die niemals gestellt oder beantwortet werden dürfen, eine zum Abschluss und der Übergabe der Bewerbung sowie eine zum strukturierten Nachfassen.

