Jahresbericht als Video: Was dabei auf der Strecke bleibt
Ein Jahresbericht muss rechtlich abgesichert sein, ein Video muss fesseln. Diese Ziele stehen oft im Konflikt. Der Bericht enthält Hunderte von detaillierten Zahlen; ein Video kann nur wenige, unkommentierte Zahlen präsentieren. Die nötigen Erläuterungen müssen für den Zuschauer leicht auffindbar sein.
Dieser Kompromiss ist weniger eine kreative als vielmehr eine rechtliche Frage der Offenlegung. Deshalb enden solche Videos oft als reine Bildmontage ohne Zahlen. Eine praktikable Lösung wählt eine kleine Anzahl von Zahlen, die sich klar und ohne Einschränkungen darstellen lassen, und verlinkt für alle weiteren Details auf den vollständigen Bericht. Bewusst ausgeblendet wird alles, was nicht bereits im veröffentlichten Bericht steht: zukunftsgerichtete Aussagen, unveröffentlichte Zahlen und Kommentare, die noch nicht geprüft wurden, würden ein Offenlegungsproblem schaffen, das das Video nicht lösen kann.
Das Jahr wird in sieben Szenen verdichtet: eine zur zentralen Frage der Jahresbewertung, drei zu unkommentierbaren Zahlen, eine zu unerwarteten Entwicklungen, eine zu den Prioritäten für das kommende Jahr und eine, die auf den vollständigen Bericht verweist.

